Schlafmedizinisches Zentrum München
Leiter: Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Michael Wiegand
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Klinikum Rechts der Isar
der Technischen Universität München
Direktor: Univ. Prov. Dr. med. Hans Förstl
Das Schlafmedizinische Zentrum München besteht seit 1991. Es dient in erster Linie der Diagnostik und Therapie von Patienten mit Schlafstörungen aller Art sowie der entsprechenden klinischen Begleitforschung. Ferner werden Forschungsprojekte über verschiedene psychiatrische und neurobiologische Fragestellungen durchgeführt (z.B. Schlaf bei psychischen Störungen, Wirkungen von Schlafentzug und Lichttherapie bei affektiven Störungen, Effekte von psychotropen Medikamenten auf den Schlaf). Das Schlafmedizinische Zentrum beinhaltet eine Schlafambulanz, in der nach Voranmeldung eine ausführliche ambulante Diagnostik erfolgt, und ein Schlaflabor, in dem die Schlaffunktionen von Patienten während des Schlafs untersucht werden können. Das Schlaflabor ist seit 1992 von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) akkreditiert.
Aufgaben im Rahmen der Krankenversorgung
Das Schlafmedizinische Zentrum ist in erster Linie als diagnostische Einrichtung für Patienten mit Schlafstörungen konzipiert. Dabei wird im Prinzip das gesamte Spektrum der schlafmedizinischen Differentialdiagnostik geleistet und somit eine Anlaufstelle für Patienten mit Schlafstörungen aller Art geboten. Im Rahmen von Schlaflaboruntersuchungen bieten wir auch die Möglichkeit der Erfassung nächtlicher Spontanerektionen im Rahmen einer Schlafpolygraphie; diese spezielle Untersuchung ist von Bedeutung bei der Diagnostik der erektilen Dysfunktion (Impotenz).
Für Patienten, die an primärer, psychophysiologischer Insomnie leiden, kann das Zentrum ein spezielles Gruppentherapieangebot anbieten (Achtsamkeits-basierte kognitive Verhaltenstherapie). Patienten, für die diese Therapiealternative nicht in Frage kommt bzw. mit anderen Störungen, vermitteln wir ein spezielles Therapieangebot (z.B. ein multimodales verhaltenstherapeutisches Gruppentherapieprogramm für Patienten mit chronische psychophysiologischer Insomnie) oder verweisen an entsprechende Einrichtungen (niedergelassene Ärzte, Psychotherapeuten, andere Fachkliniken etc.). Auch Patienten, bei denen eine Schlafapnoe diagnostiziert wurde, werden zur Therapie an eine auf dieses Krankheitsbild spezialisierte Einrichtung überwiesen.
Arbeitsschwerpunkte in Forschung und Patientenversorgung
Die wissenschaftlichen Schwerpunkte des Schlafmedizinischen Zentrums liegen im Bereich der psychophysiologischen Insomnie sowie der Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen. Derzeit werden folgende Forschungsprojekte durchgeführt bzw. vorbereitet:
- Wirkung von Antidepressiva auf den Schlaf von Patienten mit chronischer Insomnie
- Wirkung von Antidepressiva auf den Schlaf von Patienten mit Depression
- Korrelate der Fehlwahrnehmung des Schlafzustandes
- Reizverarbeitung im Schlaf
- Einfluß von spontanen "Mikroschlaf-Episoden" und motorischer Aktivität auf die therapeutische Wirkung von Schlafentzug bei depressiven Patienten
