Klassifikation der Parasomnien

5) Parasomnien

Parasomnien sind episodische Unterbrechungen des Schlafprozesses durch ungewöhnliche körperliche Phänomene oder Verhaltensweisen. Im Vordergrund der Beschwerden steht nicht die Klage über Schlafstörungen oder Schläfrigkeit am Tage, sondern die aus dem Schlaf heraus auftretenden Auffälligkeiten. 

5 Parasomnien
Arousal-Störungen (aus dem Non-REM-Schlaf)
– Schlaftrunkenheit
– Schlafwandeln
– Pavor nocturnus
REM-Schlaf-gebundene Parasomnien
– REM-Schlaf-Verhaltensstörung
– Wiederkehrende isolierte Schlaflähmung
– Nächtliche Alpträume
Andere Parasomnien
– Schlafbezogene dissoziative Störung
– Schlafbezogene Enuresis
– Nächtliches Stöhnen
– Schlafbezogene Halluzinationen
– Schlafbezogene Essstörung

 

Arousal –Störungen (Aufwachstörungen)

1. Schlaftrunkenheit

Ein Zustand der Verwirrtheit während oder nach dem Wecken. Er tritt meist nach Wecken aus dem Tiefschlaf auf und ist dementsprechend in der ersten Nachthälfte häufiger.

2. Schlafwandeln

Der Schlafwandler zeigt komplexe Verhaltensmuster, die aus dem Tiefschlaf heraus beginnen (also nicht mit Träumen zusammenhängen) und zum Aufstehen und Herumgehen führen. Die Patienten sind während der Episode nur schwer erweckbar; nach dem Aufwachen besteht eine vollständige Amnesie bezüglich der ausgeführten Handlungen. Typischerweise tritt das Schlafwandeln im ersten Drittel der Nacht auf.Am häufigsten ist es bei Kindern zwischen 4 und 8 Jahren; nach der Pubertät remittiert es meist spontan. Ersterkrankungen im Erwachsenenalter sind äußerst rar.

3. Pavor nocturnus

Auch der Pavor nocturnus ist eine ganz überwiegend bei Kindern auftretende Störung. Ein plötzliches Erwachen aus dem Tiefschlaf mit einem lauten Schrei wird begleitet von vegetativen Zeichen und Verhaltensmustern, die intensive Furcht anzeigen (Tachykardie, Tachypnoe, Schwitzen, Mydriasis, Muskelverspannungen). 

REM-Schlaf-gebundene Parasomnien

REM-Schlaf Verhaltensstörung

Dieses Erkrankung (die auch als Schenck-Syndrom bezeichnet wird) beruht auf einem Wegfall der normalerweise während der REM-Phasen bestehenden schlaffen Lähmung der Willkürmuskulatur. Dadurch kommt es zum "Ausagieren" der Träume: die Patienten führen ruckartige, oft heftige Bewegungen aus, die ein fremd- oder selbstgefährdendes Ausmaß erreichen können.

Wiederkehrende isolierte Schlaflähmung

Die Schlaflähmung tritt entweder beim Einschlafen oder beim Erwachen auf; Augenbewegungen und Atmung werden von der Lähmung nicht betroffen. Die Schlaflähmung ist ein häufiges Symptom bei der Narkolepsie; doch kommt sie sporadisch auch bei 3 - 6 % der Gesunden vor.

Nächtliche Alpträume

Furchterregende Träume, die im REM-Schlaf auftreten und zum Aufwachen führen, im Gegensatz dazu tritt der Pavor nocturnus (s.o.) im Tiefschlaf auf und ist nicht mit einem Traum verbunden. Andere ParasomnienSchlafbezogene Enuresis Für die schlafbezogene Enuresis ist das wiederholte, unbewusste Entleeren der Blase während des Schlafes an mindestens 2 Nächten pro Woche bei Kindern über 5 Jahren charakteristisch. Es wird zwischen einer primären und sekundären Form der Enuresis unterschieden. Bei der primären Form waren die Kinder noch nicht über einen Zeitraum von 6 Monaten trocken, während bei der sekundären Form bereits eine Phase über 6 Monate ohne nächtliches Einnässen auftrat und aktuell über einen Zeitraum von 3 Monaten wieder nächtliches Einnässen beobachtet werden kann. Schlafbezogene Halluzinationen treten meist während des Einschlafens  Auf und sind in der Regel optische Trugwahrnehmungen.  Schlafbezogene EssstörungBei der schlafbezogenen Essstörung kommt es zu wiederholten Episoden von zwanghaftem Essen oder Trinken aus dem Schlaf heraus. Für das jeweilige Ereignis kann die Erinnerung vollkommen oder weitgehend fehlen.  Insbesondere in der Kombination mit dem Schlafwandeln wird die schlafbezogene Essstörung als Variante des Schlafwandelns diskutiert.