Klassifikation der Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen

4) Störungen des zirkadianen (Schlaf-) Rhythmus

 Diese Störungen betreffen die zeitliche Verteilung des Schlafes über den Tag. 

Zirkadiane Rhythmus-Schlafstörungen
Zirkadiane Rhythmus-Schlafstörung vom Typ verzögerte Schlafphase (verzögertes Schlafphasen-Syndrom)
Zirkadiane Rhythmus-Schlafstörung vom Typ vorverlagerte Schlafphase (vorverlagertes Schlafphasen-Syndrom)
Zirkadiane Rhythmus-Schlafstörung vom Typ unregelmäßige Schlafphase (unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus)
Zirkadiane Rhythmus-Schlafstörung vom Typ freilaufender Rhythmus
Zirkadiane Rhythmus-Schlafstörung vom Typ Jet Lag
Zirkadiane Rhythmus-Schlafstörung vom Typ Schichtarbeit
Zirkadiane Rhythmus-Schlafstörung im Rahmen einer organischen Erkrankung
Zirkadiane Rhythmus-Schlafstörung im Rahmen eines Medikamenten oder Substanzmittelgebrauchs
Andere zirkadiane Rhythmus-Schlafstörung (zirkadiane Rhythmusstörung)

  

Verzögertes Schlafphasensyndrom

Dies ist eine Extremvariante des "Abendtyps" aufgrund einer verschobenen Phasenlage der "inneren Uhr". Diese „Nachtmenschen“ oder „Eulen“ haben Einschlafschwierigkeiten am Abend und Schwierigkeiten beim Erwachen zu den üblichen Zeiten am Morgen. Wenn diese Menschen aufgrund gesellschaftlicher oder beruflicher Zwänge entgegen ihrem eigenen Rhythmus leben müssen, resultieren verkürzte Schlafzeiten und, aufgrund des kumulierenden Schlafdefizits, ausgeprägte Müdigkeit am Tage. Diese wie auch die folgende Variante hat per se keinen Krankheitswert,Krankheitswert, sondern beeinträchtig erst die Lebensqualität wenn die Teilnahme am sozialen Leben beeinträchtig wird.  

Vorverlagertes Schlafphasensyndrom

Bei diesen extremen „Morgenmenschen“ oder „Lerchen“  liegt eine gegensinnige Verscheibung der "inneren Uhr" vor: die Patienten werden schon in den frühen Abendstunden müde, sind dafür aber schon am frühen Morgen wach.  

Unregelmäßiges Schlaf-Wach-Muster

Bei dieser Störung sind Schlafen und Wachen nicht zeitlich organisiert, sondern treten als zeitlich desorganisierte Episoden von unregelmäßiger Länge auf. Die Störung kann durch soziale bzw. umgebungsbedingte Faktoren hervorgerufen werden; sie kann aber auch Folge eines diffusen Hirnschadens sein, etwa im Rahmen einer dementiellen Erkrankung. 

Schlaf-Wach-Störung bei Abweichung vom 24-Stunden-Rhythmus

Diese Patienten haben einen "freilaufenden" Schlaf-Wach-Rhythmus; ihr Rhythmus hat in der Regel eine Phasenlänge, die länger ist als 24 Stunden (meist 25 bis 27 Stunden). Die Störung beruht auf einem abnormen zirkadianen Schrittmacher im Gehirn oder einem abnormen Mitnahmemechanismus.[A1]  Typisch ist die Störung bei Blinden, bei denen eine Rhythmisierung des eigenen Rhythmus durch Tageslicht fehlt.  

Schlafstörung bei Zeitzonenwechsel (jet lag)

Diese Störung wird ausgelöst durch rasches Überqueren von mindestens zwei Zeitzonen; sie manifestiert sich in Ein- und Durchschlafstörungen, Schläfrigkeit am Tage und Verminderung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Hinzukommen verschiedene körperliche Symptome, beispielsweise gastrointestinale Störungen. Die individuelle Empfindlichkeit variiert stark; bei älteren Menschen ist der "jet lag" meist stärker ausgeprägt. Die Störung dauert meist nur wenige Tage an. 

Schlafstörung bei Schichtarbeit

Ungewöhnliche Arbeitszeiten können vorübergehend Insomnie und Tagesschläfrigkeit induzieren. Der Tagschlaf nach einer Nachtschicht ist in der Regel kürzer und wird als weniger erholsam erlebt. Während der Nachtarbeit kommt es zu Phasen erhöhter Schläfrigkeit. 


 [A1]Was ist ein Mitnahmemechanismus