Schlafbezogene Atmungsstörungen

1)                  Schlafbezogene Atmungsstörungen: Klassifikation
-         Zentrale Schlafapnoe-Syndrome
i)                   Primäres zentrales Schlafapnoe-Syndrom
ii)                  Zentrales Schlafapnoe-Syndrom im Rahmen einer Cheyne-Stokes-Atmung
iii)                 Zentrales Schlafapnoe-Syndrom im Rahmen periodischer Atmung in großer Höhe     
iv)                 Primäre Schlafapnoe in der Kindheit (früher: primäre Schlafapnoe bei Neugeborenen)
v)                   Zentrale Schlafapnoe infolge Medikamenteneinnahme oder Gebrauch anderer   Substanzen
-             Obstruktive Schlafapnoe-Syndrome
i)                         Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
ii)                        Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom in der Kindheit
-               Schlafbezogene Hypoventilations-/Hypoxämiesyndrome
i)                          Schlafbezogene nicht obstruktive alveoläre Hypoventilation, idiopathisch
ii)                          Kongenitales zentrales alveoläres Hypoventilationssyndrom

Zentrales Schlafapnoesyndrom

Beim zentralen Schlafapnoe-Syndrom kommt es ebenfalls zu Atemstillständen, die jedoch durch eine Störung der Atemregulation im Hirnstamm verursacht werden. Ein typisches Muster ist die Cheynes-Stokes oder periodische Atmung die durch ein periodischen, sinusförmigen Wechsel von abgeflachter Atmung und Mehratmung gekennzeichnet ist. Dem zentralen Schlafapnoesyndrom liegen meist Erkrankungen des Gehirns oder des Herz-Kreislauf-Systems zugrunde, physiologisch treten sie im geringen Maße in der Einschlafphase und in großen Höhen auf.

Obstruktives Schlafapnoesyndrom

Bei den obstruktiven Atemstörungen kommt es im Schlaf zu einem Zusammenfallen (Kollabieren) der Atemwege und entsprechend zu einem behinderten Luftfluss mit Schnarchen. Folge sind Atemstillstände mit Abfall des Sauerstoffgehaltes im Blut oder zumindest eine vermehrte Anstrengung der Atemmuskulatur um die notwendige Luftmenge zu befördern. Dadurch kommt es zu wiederholten, kurzen Weckreaktionen, der Blutdruck und der Pulsschlag steigen an, und der Patienten atmet über einige Atemzüge vertieft um den Sauerstoffmangel auszugleichen. Dementsprechend sind unregelmäßiges Schnarchen mit Atempausen ein wichtiger Hinweis. Patienten selber bemerken häufig ein vermehrtes Schlafbedürfnis, eine erhöhte Müdigkeit am Tage trotz ausreichendem Schlaf, Einschlafneigung am Tage, einen trockenen Mund und Kopfschmerzen beim Aufstehen, daneben Störungen der Konzentration, der Libido, der Stimmung. Typischerweise berichten Patienten, sie „könnten immer und überall schlafen“, und denken so selber oft nicht an eine Schlafstörung. Besonders gefährdet sind Männer über 50 Jahre und übergewichtige Menschen. Besonders stark tritt die Symptomatik nach Alkoholgenuss und in Rückenlage auf.

Da die obstruktive Schlafapnoe langfristig den Blutdruck erhöht, und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch auf direktem Wege erhöht, ist eine Behandlung immer notwendig. Eine orientierende Untersuchung ist mittels kardiorespiratorischer Polygraphie („Schlafapnoescreening“) ambulant möglich, diese wird von vielen Lungenfachärzten und HNO-Ärzten angeboten. Die definitive Diagnose und Einleitung der Behandlung erfolgt in einem Schlaflabor.

 Schlafbezogene Hypoventilations-/Hypoxämiesyndrome Beim zentralen alveolären Hypoventilationssyndrom kommt es aufgrund einer Unterempfindlichkeit der zentralen Atmungsregulation gegenüber CO2 zu einer über Minuten anhaltenden Minderatmung.Beim sekundären Hypoventilationssyndrom kommt es, insbesondere während des REM-Schlafes, zu einer passageren Minderatmung aufgrund muskulärer (z.B. Muskeldystrophie), skelettaler (z.B. Kyphoskoliose) oder anderer Grunderkrankungen (z.B. Adipositas).Vermuten lässt sich das Syndrom häufig bereits anhand der Sauerstoffsättigungskurve, eine sichere Diagnose ist mittels transkutaner CO2-Messung möglich.